Soooo...
Gestern war ich also auch endlich in "John Rambo". Darauf habe ich mich schon lange gefreut.
Also wer behauptet, dass man die knapp 2 min. geschnittenen Szenen nicht bemerkt, sollte mal aufmerksamer den Film anschauen, denn merken tut man es auf jeden Fall. Aber er ist auf jeden Fall sehr gut zensiert und am Ende dann fehlen viele ganze Szenen. Das war jetzt im Kino schon in Ordnung, aber natürlich freue ich mich riesig auf den unzensierten Film dann auf DVD. Ich hoffe mal, dass er eventuell auch bei uns in Deutschland in einer unzensierten Fassung erscheint.
Aber selbst in dieser gekürzten Fassung ist der Film ultrabrutal und auf jeden Fall nur für Erwachsene geeignet.
Ich finde es einfach großartig, dass solch ein waschechter Old-School-Kracher noch heutzutage gemacht wird. "John Rambo" ist so dermaßen konsequent und ohne Kompromisse - dem gebürt mein größter Respekt gegenüber Sylvester Stallone, dass er solch einen absolut politisch unkorrekten Film geschaffen hat.
Der Film kennt die ganze Laufzeit über quasi keine Gnade mit dem Zuschauer und zeigt ihm die abgrundtiefsten Gräueltaten, zu dem ein Mensch nur fähig sein kann. Er zeigt einem den Krieg von seiner hässlichsten und - wahren - Seite. Nämlich den Bürgerkrieg von Birma, der seit Jahrzehnten schon andauert. Die jüngsten tatsächlichen Ereignisse sind dem Film vorangestellt.
Natürlich ist die Story keine Offenbarung, aber das braucht und erwartet auch keiner in solch einem Film. Eine gewisse Handlung aber schon und die ist über jeden Zweifel erhaben. Sie ist zweckmäßig und einfach richtig schön klassisch präsentiert. So, wie man es sich bei diesem Film gewünscht hatte.
Eine gewisse Tiefe besitzt der Film trotzdem durchaus, natürlich nicht allzu ausschweifend, aber die typischen Rambo-Elemente sind vorhanden. Darauf lag aber natürlich nicht das Hauptaugenmerk.
Er hat sich zurückgezogen, will verständlicherweise nicht mehr in sein Heimatland zurück, hat den Glauben an das Gute im Menschen weitesgehend verloren. Alles wird, angenehm knackig, kurz angeschnitten.
Man hat jedenfalls nicht das Gefühl, man hätte zu wenig über Rambo (in seinem jetzigen fortgeschrittenen Alter) erfahren.
Er drängt sich innerhalb des Konfliktes auch nicht irgendwie auf, sondern er will eigentlich gar nichts mehr damit zu tun haben. Das ist schön gelöst, dass Rambo eigentlich viel mehr da hineinrutscht und es für ihn - leider mal wieder - keine andere Lösung gibt, als Gewalt.
Wenn man dann dazu diese grausamen Taten der birmesischen Armee sieht, da kommt in einem auch so eine gewisse Wut hoch, dass man mit Rambo und den anderen Charakteren richtig mitfühlen kann. Und dass Rambo diese ganze Scheiße mächtig satt hat, das wird durch sein gnadenloses Vorgehen richtig verdeutlicht. Er macht keinen Spaß, keine Kompromisse und geht knallhart und schnell vor. Dass er dann lieber gleich richtig loslegt, als erstmal den Gegner auszuknocken wirkt wie ein riesiger Befreiungsschrei für den Zuschauer. Rambo will (muss; er hat ja keine Wahl und kann nicht tatenlos zusehen) einfach nur schnell und zielgerichtet die Geiseln befreien. Für Gnade oder zahme Maßnahmen ist da kein Platz.
Und genau das, was ich hier gerade so ein wenig nacherzählt hab, wird super rübergebracht. Man hat einen sehr guten Gefühlseinblick. Es ist nervenzerrend (natürlich im positiven Sinne), den Film anzusehen.
Keiner, ich meine, keiner könnte die Rolle des Rambo besser spielen, wie Sylvester Stallone. Da gibt es überhaupt nichts zu meckern. Zu alt soll er sein? Oha, wer das sagt, hat den Film nicht gesehen.
Und auch, dass er Regie, Produktion und die Funktion des Autors übernommen hat, kam ja jetzt dem Film so wie er ist, wirklich nur zu Gute. Ähnlich wie mit dem grandiosen "Rocky Balboa" ist auch "John Rambo" ein würdiger (womöglicher) Abschluss der Reihe geworden. Die Abschlusssequenz des Films ist erstklassig.
Falls denn doch noch ein fünfter Teil kommen sollte, denke ich, können wir trotzdem gespannt sein.
Die Musik von Brian Tyler setzt dem Film stimmungstechnisch die Krone auf. Dass das Original Rambo-Theme verarbeitet wurde ist allererste Sahne.
Die brachiale Action ist eine Wucht. Dreckig, bombastisch und hart.
Handwerklich großartig und blitzsauber inszeniert. Und der Film hat mal die allerfetteste Monsterexplosion ever! Ich saß nur so da:
Wer in diesen Film nicht ins Kino geht, ist kein Action-Fan.
Echte (richtig gute) Stunts, echte Handarbeit, echte Action, keine Kompromisse, schonungslose Härte, keine komplizierten Handlungsstränge, echt Old-School - das ist "John Rambo" - das ist 100% Action, das ist 100% Rambo, das ist eine
10/10