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Alt 15.08.2005, 09:24   #1
gorygrunt
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HeimkinoTechnikFAQ

Inhaltsübersicht


1.________HEIMKINO TECHNIK FAQ

1.1_______Bildformate

1.2_______Tonformate

1.3_______DVD

1.4_______Lautsprecher
1.4.1______Die einzelnen Komponenten
1.4.2______Art der der Lautsprecher
1.4.3______Leistung/Angaben der Händler/Kompatibilität
1.4.3.1_____Watt
1.4.3.2_____Impendanz
1.4.3.3_____Wirkungsgrad
1.4.3.4_____Lautstärke
1.4.3.5_____Beispiel zur Berechnung eines gewünschten Lautstärkepegels
1.4.3.6_____Kleine Zusammenfassung

1.5______Verstärker/AV-Receiver
1.5.1_____Anschlüsse
1.5.2_____Die „richtige“ Leistung des Verstärkers beachten
1.5.3_____Fazit

1.6______Eigenschaften und Positionierung der Lautsprecher
1.6.1_____Sitz bzw. Hörposition
1.6.2_____Subwoofer
1.6.3_____Center
1.6.4_____Frontlautsprecher
1.6.5_____Rearlautsprecher





Einleitung

Die HeimkinoTechnikFAQ wird eröffnet. Die Idee, die hinter dieser FAQ steht, ist eigentlich ganz einfach.
Erstens: es wird verhindert, dass hier über grundsätzliche Tatsachen diskutiert wird.
Und zweitens: der User sich schneller Informieren kann.
Ich werde von Zeit zu Zeit die TechnikFAQ akualisieren und ausarbeiten. Es werden immer mehr Kapitel und Informationen hinzugefügt, bis wir ein kleines Lexikon zusammenhaben.

Dies sind die Themen, die zukünftig zur allgemeinen Information in dieser FAQ behandelt werden sollen:

- Bildformate
- Tonformate
- Anschlüsse für Bild und Ton (inkl. Was muss beachtet werden)
- TV/Fernseher
- DVD-Player und die Verwendung des PC im Heimkinobereich
- Die DVD
- Verstärker
- Lautsprecher
- Projektoren
- Korrekte Einstellung des Bild und Tons
- Heimkinozubehör (Leinwände, Schalldämmung u.s.w.)
- Begriffserklärung/Glossar/Abkürzungen



Natürlich ist auch eure Mitarbeit gefragt. Meint ein User, er kenne sich in dem entsprechenden Thema aus, kann er seinen Beitrag leisten und darüber so eine Art kleinen Aufsatz schreiben. Hört sich jetzt wild und nach viel Arbeit an. Aber wenn man sich auskennt und Ahnung in einem bestimmten Bereich hat, schreibt es sich wie von Geisterhand. Auch ein fehlendes Thema oder andere Ergänzungen sind herzlichst erwünscht!

Sollte jemand Interesse haben, einen Beitrag zu schreiben oder er ist der Meinung, dass etwas fehlt - bitte erst PN an mich, damit dies geordnet zugeht!

Schöne Grüsse und viel Spass!

Sven


Specials Thanks

- als erstes möchte ich mit für die Korrekturlesung und die Hilfe bei diversen Formulierungen bei Errol_Flynn bedanken. Danke für die Hilfe bei meinen Denkblockaden und meiner kleinen Rechtschreibschwäche.
__________________


Geändert von gorygrunt (15.08.2005 um 09:54 Uhr).
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Alt 15.08.2005, 09:25   #2
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AW: HeimkinoTechnikFAQ

1.1 BILDFORMATE

Allgemein

Der erste Teil unserer TechnikFAQ befasst sich mit den unterschiedlichen Bildformaten. Dabei beschränken wir uns ersteinmal auf die für das Heimkino wichtigsten Formate:

- 4:3
- 16:9
- 21:9 oder Cinemascope genannt, das eigentliche Kinoformat



Die Angaben 4:3 oder 16:9 sind eigentlich nicht die korrekten Angaben zu den Seitenverhältnissen des Bildes. Dies wurde nur eingeführt, um die Formate einprägsamer für den OttoNormalverbraucher zu machen. Die richtigen Angaben erkläre ich anhand des Beispiels 4:3.

Teile ich die Breite in diesem Falle 4 (in der Angabe immer an erster Stelle) durch die Höhe 3 des Bildes, erhalte ich 1,3333... usw. Das Seitenverhältnis entspricht also 1,33:1. Habe ich also eine Bildbreite von 2 m, ergibt sich eine Höhe von 2,66 m. So, bis hierhin klar, oder? Die korrekten Seitenverhältnisse (auch Aspektratio, engl. Aspect Ratio, genannt):

- 4:3 = 1,33:1



- 16:9 = 1,78:1



- 21:9 = 2,35:1



(Dann gibt es aber auch noch unter anderem das Kinoformat 1,85:1, hat aber keinen merkbaren Begriff.)

Das sind auch die Angaben, die bei einer DVD hinten angegeben werden.

4:3 und 16:9 werden auch TV Formate genannt und haben leider nichts mit dem eigentlichen Kinoformat 21:9 etwas zu tun. Am Anfang der Kinojahre wurde noch mit Seitenverhältnissen von 1,33:1 bis 1,37:1 gearbeitet. Man wechselte aber ziemlich schnell auf Formate von 1,78:1 bis 2,35:1. Diese Formate ließen sich besser projezieren. Außerdem war ein größerer vertikaler Abstand zwischen den Sitzreihen bei einem 4:3 Format notwendig.

Der Fernseher war aus bestimmten praktischen Gründen in 4:3 eingeführt worden. Durch die momentane Dominanz der Formate oberhalb von 1,78:1 in den Kinos, wird seit Anfang der 90er versucht das Standartformat des 4:3 TV’s auf 16:9 zu ändern, da dies eher dem natürlichen, menschlichen Sichtfeld entspricht. Dies äußert sich in der Einführung des PALplus, die anamorphe Codierung auf einer DVD, DVB und der Festlegung von 16:9 als Standardformat in HDTV. Leider wird der Vorgang durch die Fernsehsender gebremst, da fast alle Fernsehsendungen immer noch in 4:3 aufgezeichnet werden.



Wie man an dem Bild sieht, wird ein Cinemascope-Bild nur mit Einschränkungen an einem 4:3 oder auch 16:9 Bildschirm wiedergegeben (mehr oder weniger, je nachdem, was für einen TV man besitzt). Da das eigentliche Bild solange verkleinert wird, bis aus mit der gesamten Breite auf den Schirm passt, entstehen sogenannte Füllbalken oben und unten. Dies ist das sogenannte *Letterboxing* (engl. Briefkasten), weil es wie ein Briefkastenschlitz wirkt. Will man also ein Kinobild im Vollformat auf einem TV sehen, dann fehlen uns links und rechts Bildinformationen und das ist eine unangenehme Sache. Dies erkennt man deutlich an diesem Beispiel.



Das geht auch andersherum, wenn man ein 4:3 Bild in einem 16:9 TV komplett darstellen will, entstehen diese schwarzen Füllbalken links und rechts neben dem Bild, weil das Bild mit der gesamten Höhe angepasst werden muss. Die werden *Bookends* (engl. Buchstützen) genannt.

Deswegen gibt es das sogenannte 16:9 anamorph!

16:9 Anamorph

Bei einem 16:9 anamorphen Bild werden die schwarzen Balken nicht mitcodiert und ALLE Zeilen mit Bildinformationen gefüllt.
Dadurch gewinnen wir einige Bildpunkte (oder auch Pixel) vertikal, nun müsste sich ja rein logisch die Anzahl der Bildpunkte horizontal miterhöhen, um das Seitenverhältnis beizubehalten. Der DVD-Standart lässt aber nur 720 Bildpunkte in der Horizontalen und 576 Bildpunkte in der vertikalen zu. So wird das Bild praktisch horizontal zusammengestaucht.



So, nun muss die Hardware ran und das Bild wieder entzerren, was entweder der DVD-Player oder der TV bewerkstelligt. Allerdings würde ich die Arbeit dem TV überlassen, da er in der Lage ist, die Bildpunkte bzw. Bildzeilen weiter auseinander oder zusammen zu schreiben. Bei einem guten DVD-Player dürfte es aber kein Problem sein. Ein 4:3 Gerät würde immer noch das Format Letterbox mit den Füllbalken oben und unten anzeigen.

Sollte man dennoch im 16:9 Modus Balken erkennen, liegt es meistens daran das ein z.b. 21:9 Format in ein 16:9 Format codiert wurde.

Anamorph codiertes Breitbild hat eine PAL-Auflösung von 720*576 Bildpunkten vor und 1024*576 Bildpunkte nach der Entzerrung. In der NTSC-Variante sind es 720*480 zu 853*480 Bildpunkte.

Es ist leider oft nicht möglich auf einer DVD-Verpackung zu erkennen, in welchem Format der Film nun wirklich gespeichert ist. So heißt „Widescreen“ mal anamorph, mal Letterbox. Und auch „16:9“ ist nicht eindeutig – selbst innerhalb eines Verleihs.
__________________


Geändert von Errol_Flynn (05.05.2009 um 21:06 Uhr).
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Alt 15.08.2005, 09:27   #3
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AW: HeimkinoTechnikFAQ

1.2 TONFORMATE

Nun wollen wir uns mal ein wenig mit den digitalen Klängen auf einer DVD befassen. Spätestens mit dem Einzug der DVD ins heimische Wohnzimmer, sind die verschiedenen digitalen Formate gerade für Heimkino-Fans interessant und bezahlbar geworden. Doch als erstes ein paar Worte zu ANALOG.

Analog

Es dürfte eigentlich jedem bekannt sein. Die zwei Tonstandards MONO (1 Kanal) und STEREO (2 KANÄLE) werden noch heute für VHS und im Fernsehen verwendet. Sollte in beiden STEREO-Kanälen dieselben Signale vorhanden sein, spricht man auch von MONO.
Bei analoger Technik, ist es leider nicht möglich Informationen mitzusenden (zb. welches Tonformat verwendet wird). Ein Decoder kann nicht erkennen, ob ein STEREO- oder ein DOLBY SURROUND-Signal auf der Spur sitzt. DOLBY SURROUND basiert auf einem 2 Kanal STEREO Signal (aber dazu später mehr).

Natürlich gibt es da wieder verschiedene Entwicklungscompanies:

Dolby Stereo oder Dolby Surround
... wurde von der Firma Dolby 1976 in den Kinos eingeführt und ist ein analoges Lichttonformat. Diese findet man bei einem Filmstreifen links oder rechts neben dem Bild. Auf der anderen Seite lief ein Timecode mit, sodass der Filmvorführer wusste, wann er die nächste Filmrolle einschalten musste, da die Filme aus mehreren Spulen besteht (man erinnere sich an Tyler Durden ;-)). Es besteht aus zwei Kanälen, wobei 4 Kanäle (links, mitte, rechts, hinten) matriziert und von einem Kinoprozessor dematriziert werden, d.h., dass ein Decoder bzw. Kinoprozessor die beiden Spuren virtuell übereinanderlegt. Alle Daten, die übereinstimmen, werden in den mittleren Kanal gelegt und die „Überstände“ der Daten werden, je nach Frequenz, Lautstärke und Phase (nur für den hinteren Kanal) auf die restlichen Kanäle verteilt. Tja, sehr einfaches Verfahren und damals revolutionär. Die Kanäle konnten aber nie hundertprozentig getrennt werden. Der Begriff Dolby Surround wurde dann für die Heimkinos eingeführt, wird aber genauso matriziert.

Ultra Stereo
Ein paar ehemalige Mitarbeiter der Firma Dolby haben sich gedacht, wir nehmen das vorhandene Dolby Stero und bringen ein eigenes auf den Markt. Im Jahre 1985 wurde dieses, qualitativ etwas schlechtere Format, in Filmen verwendet. Laut imdb gibt es nur 525 Streifen (hauptsächlich B-Movies, da es wahrscheinlich günstiger als Dolby war), die dieses Format verwenden. Es konnte aber von denselben Prozessoren verarbeitet werden.

dts Stereo
Jawohl, auch die Firma dts (gegründet 1990) brachte sein eigenst entwickeltes Format in die Kinos. Es war aber zu der Zeit schon ein veraltetes Verfahren und somit nicht gross verbreitet. Aber später mehr zu dts.




PCM

Die Mutter des digitalen Tons sozusagen. Das PCM Signal (eigentlich LPCM für Linear Pulse Code Modulation) kann selbst von CD-Player mit digitalem Ausgang gelesen und ausgegeben werden. Das Format arbeitet mit 2 Kanälen (also ist STEREO und DOLBY SURROUND möglich) und mit einer Datenrate von 1,44 Mbit/s.

MPEG

MPEG steht für Moving Picture Expert Group und ist in vielen Variationen erschienen. Diese Experten Gruppe beschäftigte sich hauptsächlich mit Komprimierung von Videodaten und Audiodaten. Dieser Zusammenschluss von Experten (seit 1988) besteht aus ca. 360 Mitgliedern von verschiedenen Firmen und Universitäten. Und seitdem entwickeln die wie blöd, was die kleine History zeigt:

- MPEG1 wurde 1993 als Progressives Video-Format mit mehreren Layern standardisiert. Die sogenannten Audio-Layer sind verschiedene komprimierte Formate. Audio-Layer 3, auch als MP3 bekannt, wäre z.b. eine davon.
- 1994/95 erschien MPEG2, Video- und Tonformate in Fernsehqualität. Wird für DVD-Videos und DVB verwendet.
- Nicht erschienen ist MPEG3. Dies sollte der Standart für HDTV werden. Man hatte sich aber für ein erweitertes MPEG2-Format entschieden.
- MPEG4 erschien 1998 und deren weiterentwickelten Versionen in den Folgejahren 1999 bis 2001. Eine noch bessere Komprimierung die z.b. bei DivX verwendet wird oder auch bei Handys usw.

Ursprünglich konnte MPEG nur zwei Kanäle verwalten. Mit dem Erscheinen des MPEG-2 erschien aber eine Multichannel Variante (MPEG-2 Multichannel), die auch abwärtskompatibel zu den MPEG-1 Formaten war. Auch hier war das Problem mit der exakten Trennung der verschiedenen Kanäle, da diese auch nur „matriziert“ wurden. Es gibt auch nur sehr wenige DVD’s die mit diesem Standart erschienen (z.b. Jumanji). Es hat sich allerdings nicht durchgesetzt aus genannten Gründen. Die Experten waren also nicht in der Lage, ein Mehrkanal-Format zu entwickeln und Dolby Digital hatte noch keine Zulassung für PAL DVD’s. Deshalb sind viele der ersten DVD’s noch in Dolby Surround (MPEG-1 Layer 2) erschienen. Erst 1997 wurde Dolby Digital als Standard für DVD’s neben den bereits verwendeten PCM und MPEG zugelassen. Es war also abzusehen, dass die bisherigen Standards langsam im Sand versinken würden. Zwar versuchten Sony und Philips noch ein paar letzte Wiederbelebungsversuche, aber vergebens. Die Welt wollte Mehrkanal. Es gibt auf den DVD’s nur noch wenige MPEG-Formate anzutreffen, wie Menüs, Bonusmaterial oder Trailer, wobei die meisten auf Dolby Digital 1.0 und 2.0 umgestiegen sind.

DOLBY DIGITAL

Offizielle Homepage: Hier klicken!

Das erste Mehrkanal-system war geboren und hält heute noch die Flagge hoch. Es wird verwendet im Kino, auf DVD’s, Laserdiscs und im TV. Das Codierungsverfahren wird als AC-3 bezeichnet und ermöglicht eine „verlustbehaftete“ datenreduzierte Codierung. Verlustbehaftet in Anführungsstrichen, da es, genau wie bei mp3, für das menschliche Ohr (kaum hörbare) Verluste durch die Komprimierung gibt.

Dieses Format liefert 3 Front-Kanäle und zwei vollwertige Kanäle hinten. Das ergibt schonmal die 5 in 5.1. Zusätzlich gibt es meinen Lieblingskanal, den LFE (Low Frequency Effekt) Subwoofer Kanal in einem konstanten Datenstrom. Die vollfrequenten Kanäle haben ein Spektrum von 20Hz bis 20kHz, der Basskanal reicht bis 120Hz. Noch ein Vorteil ist, dass auch Datenstreams mit gesendet werden können, die dem Receiver sagen, welches Ton-System gerade verarbeitet wird.

Die Leute der Firma Dolby haben es sich einfach gemacht und bezeichnen all ihre digitalen Ton-Systeme Dolby Digital und setzen einfach die Anzahl der Kanäle dahinter:

- Dolby Digital 1.0
Einfacher Monokanal, der je nach Anlage entweder nur auf dem Center ausgegeben wird oder gleichmässig auf allen drei Front-Kanälen.

- Dolby Digital 2.0
Zwei Kanal-Tonsignal, das zwar auch in Dolby Surround ausgegeben werden kann (je nach Einstellung der eigenen Anlage) oder in einer zusätzlichen matrizierten Tonspur (wird meist mit dem Zusatz DS=On gekennzeichnet). Dieser zusätzliche Matrix Kanal kann auch schon sehr räumlich klingen, wenn er gut abgemischt wurde.

- Dolby Digital 4.0
Vier vollwertige Kanäle. Links, Rechts, Mitte, Hinten ohne Subwoofer. Ist aber sehr selten verwendet worde.

- Dolby Digital 5.1
Fünf vollwertige Kanäle. Links vorne, Rechts vorne, Mitte, Links hinten, Rechts hinten und einem LFE Subwoofer Kanal.

Bei einer DVD beträgt die Datenrate für Dolby Digital 5.1 zwischen 384 kb/s und 448 kbps. Bei Dolby Digital 2.0 beträgt sie ca. 192 kbps. Wobei die Datenraten auch höher liegen können.

Digital Surround EX
Ein zusätzliche Format von Dolby wäre das Dolby Digital Surround EX mit einem zusätzlich Kanal Mitte hinten. Dieser Kanal ist aber auch nur per Matrix Codierung hinzugefügt. Wir erinnern uns: der Receiver muss die beiden hinteren Kanäle übereinanderlegen, alle identischen Daten (wird auch als Monoanteil bezeichnet) werden in den zusätzlichen Kanal in der Mitte hinten ausgegeben. Aber auch alle Anlagen ohne einem Rear Center Kanal können dies wiedergeben und wird genauso von dem Hörer empfunden. Deswegen halte ich dieses Tonformat für Bauernfängerei.
Es gibt aber auch richtige 6.1 Abmischungen, die aber leider selten erscheinen.

Dolby Digital Plus

Wird nun als Standart für HDTV benutzt. Dieses Format ist abwärtskompatibel zu dem herkömmlichen 5.1 und unterstützt bis zu 13 Kanäle (Junge, Junge). Die Datenrate beträgt bis zur 6 Mbit/s (DVD 448 kb/s).

DTS

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Die Konkurrenz zu Dolby wäre die Firma Digital Theatre Systems Inc. und wurde 1990 gegründet. Diese brachte ebenfalls ein Mehrkanal-System heraus. Diese kann 1-8 Kanäle diskret wiedergeben. DTS ist kein DVD Standart, sondern eine optionale Tonspur. DTS ist zwar auch ein „verlustbehaftetes“ & datenreduziertes Format, ist aber die höherwertige Alternative zu Dolby Digital, da auch die Datenraten wesentlich höher sind (sie liegen zwischen 768 kbps oder 1536 kbps). Die Tonspur kann einen LFE-Kanal enthalten, der nur den für die Tieftonwiedergabe zuständigen Subwoofer bedient. Die vollfrequenten Kanäle gehen von 20Hz bis 20kHz, der Basskanal reicht aber nur bis 80Hz.

Das verwendete Codierungsverfahren heißt CAC. Der Ton wird im Kino auf einer oder mehreren Compact Discs gespeichert, die durch eine kleine Timecode-Spur auf der Filmrolle zum Bild synchronisiert werden. Der analoge Ton befindet sich weiterhin auf dem Film und wird bei Ausfall von DTS als Notlösung verwendet.

Auch hier gibt’s es wieder diverse Erweiterungen:

DTS NEO:6 surround - bietet dasselbe wie Dolby Surround und wird aus den beiden Stereo Kanälen errechnet.
DTS-ES Matrix 6.1 - ist gleichzusetzen mit Dolby Digital Surround EX, der Rear Center wurde per Matrix hinzugefügt.
DTS-ES discrete 6.1 - ist das einzige Tonformat, was zurecht die Bezeichnung 6.1 tragen darf. Sie enthält einen vollwertigen zusätzlichen Rear Center Kanal.

DTS wurde das erste mal 1993 im Kino verwendet, mit dem Film Jurassic Park.

SDDS

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Dieses von Sony herausgebrachtes Format hat leider nicht viel mit dem heimischen Kino zutun, aber wurde zur digitalen Codierung und Wiedergabe der Tonspur von Kinofilmen entwickelt. SDDS verfügt über maximal acht verschiedene Kanäle, fünf davon in der Front, zwei an den Seiten sowie einen vollwertigen LFE-Kanal (niedrigfrequent).

SDDS wurde erstmals am 17. Juni 1993 in vier Kinos in Los Angeles und New York eingesetzt.
Die Tondaten werden bei SDDS in zwei optischen Spuren links und rechts außerhalb der Film-Perforation gespeichert. Dabei wird das proprietäre ATRAC-Verfahren (Adaptive Transform Acoustic Coding) zur Komprimierung und Kodierung eingesetzt. Die Vervielfältigung von Filmen mit SDDS-Tonspur ist allerdings vergleichweise aufwändig.

SDDS ist, wie die Konkurrenz Dolby Digital und dts, mittlerweile bei fast allen aktuellen Hollywood-Filmen vorhanden. Das Format wird jedoch im Kino verhältnismäßig selten genutzt, da das System seinen wesentlichen Vorteil, die fünf Frontkanäle, nur auf sehr großen Leinwänden ausspielen kann, wie sie meist nur in wenigen Kinos in großen Städten vorhanden sind.

(Quelle: wikipedia – da ich mich mit diesem Thema noch nicht auseinander gesetzt hatte! )


So dies wären die verschiedenen, zunächst nur für uns, wichtigen Tonformate. Jetzt schreien wieder viele auf:

„WAS IST MIT THX?“

THX IST KEIN TONFORMAT!



THX

THX (Tomlinson Homan Experiment) ist ein qualtitätssicherndes ZERTIFIKAT. Gegründet 1983 von Georg Lucas, der einfach den verschiedenen Soundformaten in den Kinos Einhalt gebieten wollte. Seine Vision war es, dass sich Bild & Ton in jedem Kino gleichen, um den Film vollends zu geniessen. Es ist praktisch wie eine ISO-Norm für Kinos. Ursprünglich also nur für Kinos gedacht, gibt es nun auch THX ULTRA. Dies ist eine Light-Version des THX Zertifikats. Um dies zu erhalten, sind die Anforderungen an die Kinoanlage nicht so streng. Und dann gibt es noch THX Select für den Heimkino Bereich. Auch Tonformate können das THX Zertifikat erhalten, also sowohl Dolby Digital als auch DTS. Trotzdem kann jede Anlage dies ausgeben.

Wenn man aber THX zertifizierten Sound haben will, benötigt man zertifizierte Hardware:

- Decoder
- Lautsprecher
- Subwoofer
- Elektronik

So, das wars fürs erste!

Sven
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AW: HeimkinoTechnikFAQ

1.3 DVD

Eigentlich das Hauptthema dieses Forums und auch einer der wichtigsten Bausteine in Bezug auf das Heimkino! DVD ist die Abkürzung für Digital Versatile Disc (grob übersetzt Digitale Vielseitige Scheibe). Zuerst war es die Abkürzung für Digitale Video Disc aber man erkannte schnell, dass die DVD auch für andere Zwecke wie Datensicherungen oder Musik nutzbar sei. Deshalb wurde sie kurzerhand unbenannt.

Die DVD hat dieselben Abmessungen wie eine CD, nur das auf der DVD mehr Speicherkapazität zur Verfügung steht. Dies ist wiederum abhängig von der Art der DVD (DVD-Typ). Dazu aber gleich mehr!

Hauptsächlich unterscheidet sich die DVD zur CD in einem ganz entscheidenen Punkt und zwar werden die Daten enger zusammen geschrieben. Die Daten einer CD oder DVD bestehen ja nur aus Löchern oder keine Löcher (für 1 oder 0). Diese nennt man Pits (0) und Lands (1). Trifft der Laser des Players auf ein Land strahlt dieser den Laser zurück als Wert 1, trifft der Laser ein Pit erhält er keine Information zurück also der Wert 0.

Es gibt verschiedene DVD-Typen die sich von der Lage oder Anzahl ihrer Datenschichten unterscheiden. Diese Datenschichten nennt man Layer.
Und zwar kann sich auf jeder Seite der DVD ein Layer befinden oder auf einer Seite sind zwei Layer übereinander geschichtet.

Sollte auf einer Seite der DVD ein Layer zu finden sein, nennt man diese Art auch single sided - single layer. Anders bei einer DVD die auf einer Seite zwei Schichten besitzt, dieses wird dann auch als single sided – dual layer bezeichnet. Nun noch ein weiteres Beispiel um die englischen Vokabeln abzurunden: Eine DVD mit einer Schicht auf beiden Seiten ist dann double sided – single layer!

Bis hierhin klar, oder?

Wollen wir uns die ein paar mögliche Kombinationen etwas näher ansehen!

Die einfachste DVD Variante ist eine Datenschicht auf einer Seite (single sided, single layer) mit einer Speicherkapazität von 4,38 Gigabyte. Die Typenbezeichnung ist DVD-5. Als kleine Eselsbrücke wurde die Speicherkapazität in Gigabyte einfach aufgerundet und deswegen DVD-5 bezechnet.

Die nächste Stufe wäre eine DVD mit zwei Layern auf einer Seite mit einer Speicherkapazität von rund 7,95 Gigabyte und trägt die Typenbezeichnung DVD-9. Die beiden Schichten (Layer) werden in der Produktion „zusammengeklebt“ und während der Wiedergabe in einem DVD-Player kann es zu einem Layerwechsel kommen, weil der Film auf beide Schichten abgespeichert wurde. Hin und wieder kommt es zu kleinen Verzögerungen bei der Bildwiedergabe.

Die Schichtung der einzelnen Layer steckte am Anfang der DVD Geschichte noch in den Kinderschuhen, deswegen gibt es noch eine weitere Methode und zwar eine Schicht auf jeder Seite der DVD. Dieser DVD-Typ hat eine Speicherkapazität von 8,75 Gigabyte. Diese Varainte bezeichnet man als DVD-10 oder netterweise Flipper, weil man oft die DVD während des Films umdrehen musste um die zweite Hälfte des Streifens zu schauen. Dies muss aber nicht unbedingt der Fall sein! Auf der DVD des Films PAYBACK befindet sich ebenfalls ein Layer auf jeder Seite der DVD, wobei sich der Film im Bildformat 16:9 auf einer Seite befindet und auf der anderen Seite in 4:3. Auch eine Möglichkeit!

Hier die Übersicht der etwas bekannteren DVD-Typen:

DVD-5 (single sided, single layer) mit 4,7 GB.
DVD-9 (single sided, dual layer) mit 8,5 GB. Ist eigentlich der heutige Standard.
DVD-10 (double sided, 2x single layer) mit 9,4 GB. Wird auch Flipper genannt, da man die Scheibe während des Films drehen musste.
DVD-14 (double sided, 1x dual layer + 1x single-layer) mit 13,2 GB.
DVD-18 (double sided, 2x dual layer) mit rund 17 GB.
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Alt 15.08.2005, 09:33   #5
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AW: HeimkinoTechnikFAQ

1.4 Lautsprecher/Verstärker bzw. AV-Receiver

Eines der wichtigsten Elemente in einem Heimkino sind natürlich die Lautsprecher. Lautsprecher im Heimkino haben, im Gegensatz zu einem reinen HiFi-System, eine etwas andere Rolle. Sie sollen das Bild des Films noch aufwerten und klanglich vervollständigen, während im HiFi-Bereich „nur“ die Musik wiedergegeben werden soll. Wir wollen in diesem Kapitel die diversen Mythen, Legenden und Sagen über Lautsprecher und deren blödsinnigen Angaben aus dem Weg räumen!



1.4.1 Die einzelnen Komponenten

In der Regel sollte ein gutes Heimkino aus folgenden Komponenten bestehen:

1 Center
2 Frontlautsprecher (je einer links und einer rechts)
2 Rearlautsprecher (je einer links und einer rechts) (Rear: engl. für Rück)
1 Subwoofer

Und schliesslich 1 Verstärker oder AV-Receiver! (Dazu näheres unter Punkt 1.4.4

Dies ergibt 6 Lautsprecher und, wie wir von von den Mehrkanal-Tonsystemen (wie Dolby Digital 5.1 -> siehe Kapitel Tonformate) wissen, hat nun jeder bestehende Kanal, inklusive dem diskreten (vollwertigen) LFE-Kanal, nun seinen eigenen Lautsprecher. Natürlich ist es möglich mehr Lautsprecher aufzustellen, je nach dem welches Soundsystem unser AV-Receiver hergibt. Mit DTS ES und Dolby Digital EX sind 7 oder sogar 8 Kanäle (auch wenn nicht richtig vollwertig) vorhanden und somit bis zu 8 Lautsprecher möglich. Wir wenden uns allerdings zunächst dem populärsten System zu und schauen uns an, wie man am besten seine 5.1 Surroundanlage für sein heimisches Wohnzimmer zusammenstellt.

Die einzelnen Eigenschaften der Lautsprecher sehen wir uns im Kapitel 1.6 Positionierung der Lautsprecher an!

Desweiteren sollte die Qualität der Lautsprecher nicht ausser Acht gelassen werden. Man sagt im Heimkino-Bereich, dass das Equipment(Geräte außer den Lautsprechern) 40% des Budgets ausmachen und 60% in Lautsprechern investiert werden sollte. Was nützt ein (etwas übertrieben dargestellt) High-End-DVD-Player und Verstärker, wenn die Wiedergabe durch das Bindeglied, den günstigeren Lautsprechern, total versaut wird?



1.4.2 Art der der Lautsprecher

Als allererstes sollte man darauf achten, dass man alle Lautsprecher von gleicher Qualität und Klangfarbe zusammenkauft. Es bringt nichts, wenn man etwas dumpfere Frontlautsprecher links und rechts mit einem etwas heller klingenden Centerlautsprecher zusammenstellt. Da die daraus resultierende Disharmonie wirkt beim Genuß eines Films sehr störend. Wenn ein Objekt wie beispielsweise ein Hubschrauber von rechts nach links durch das Bild fliegt, muss der Sound logischerweise von dem rechten Frontspeaker über den Center zum linken Frontspeaker laufen. Nun wechselt der Ton zweimal die Klangfarbe, erst ein warmer Klang aus dem Frontspeaker rechts, dann ein greller Ton aus dem Center und schliesslich wieder der warme Klang aus dem Frontspeaker links.

Und glaubt mir, dies nervt tierisch während eines spannenden oder actionreichen Films, da der Sound deutlich die Klangfarbe ändert. Für die Rearlautsprecher gilt genau dasselbe Prinzip in der Zusammenarbeit mit den Frontlautsprechern, da wir mit dem Soundsystem einen dreidimensionalen Klang erreichen. Also kommt es ebenfalls vor, dass unser Hubschrauber klanglich von vorne nach hinten über unsere Köpfe hinwegfliegt. Wie sich das mit unterschiedlich klingenden Lautsprechern anhört, brauche ich ja nicht nochmal erwähnen. Obwohl es nicht so dominant hörbar sein wird, wie bei den drei Lautsprechern im Bildbereich, empfehle ich trotzdem, auf solch Kleinigkeiten zu achten.

Meist kann man seine vorhandene herkömmliche Stereo-Anlage schon erweitern, denn viele Hersteller bieten zu dem bestehenden Stereo-System schon diverse Zusatzlautsprecher an. So kann man sich zu den Stereo-Speakern, die dann als Frontlautsprecher Links und Rechts fungieren, den Center- und die Rearlautsprecher hinzukaufen. Deswegen lohnt es sich, einmal einen Blick in den Produktkatalog des Herstellers zu werfen. Dabei sollte man aber bedenken, dass man immer noch einen digitalen Receiver (Verstärker) benötigt.

Dem ganzen kann man natürlich aus dem Weg gehen, wenn man ein Komplettsystem kauft. Diese Variante ist nicht immer die schlechteste Entscheidung und hängt ganz von den Räumlichkeiten oder dem Geldbeutel ab. Dabei kann man sich aber sicher sein, das die Lautsprecher miteinander harmonieren und von der Klangfarbe keinen Unterschied aufweisen!



1.4.3 Leistung/Angaben der Händler/Kompatibilität

Nun müssen wir uns einem sehr ekligen (weil komplizierten) Thema stellen. Und zwar sieht man in den Werbungen oder in den Geschäften immer riesige Plakate, wo der Händler mit gigantischen Wattangaben wirbt. Denn mit dieser Wattangabe (auch Musikleistung genannt) bezeichnet man die theoretisch höchste Leistung, die ein Lautsprecher aufnehmen kann, ohne zerstört zu werden. Der Wert sagt allerdings nichts darüber aus, wie lange eine solche Maximalbelastung bestehen kann, ohne das Produkt zu zerstören. Dies wird von manchen Händlern verwendet, um ein Produkt mit einer verkaufsfördernden imposanten Leistungszahl auszustatten. Ein Beispiel wäre eine Surroundsystem mit 1500 Watt, tztztz…..wer’s glaubt !

Aber dazu gibt es einen wunderbaren Thread von sw1896, der noch einige andere Aspekte beschreibt! 5.1 mit 1000 Watt - Die Konsumenten-Verarsche !

Das dies natürlich vollkommener Blödsinn ist, wird jedem klar, der ein bisschen im Physik-Unterricht aufgepasst hat. Wenn nicht, dann versuchen wir das ganze mal auseinanderzupflücken, um die Zusammenarbeit einzelner Komponenten, wie Verstärker und Lautsprecher, zu verdeutlichen. Es gibt natürlich explizite Formeln - diese wollen wir uns aber ersparen und nur auf die wichtigsten eingehen. Bei vielen Dingen reicht dann auch eine FAUSTFORMEL aus.



1.4.3.1 Watt

Viele denken, dass sie mit einem Lautsprecher, der ordentlich Watt aufweist, gut bedient sind (Vorallem im Car-Hifi-Bereich ). Dem ist allerdings nicht so.

Die Wattangabe ist eigentlich völlig nebensächlich und sollte nur beachtet werden, wenn es um die Kompatibilität mit dem Verstärker geht. Sollte jemand auf die Idee kommen, potente leistungstarke Lautsprecher an einen etwas schwächeren Verstärker anzuschliessen, wird er nicht sehr viel Freude an seinen Geräten haben. Da der Verstärker immer an seiner oberen Leistungsgrenze betrieben wird. Dadurch kann das sogenannte Clipping entstehen, weil der Lautsprecher mehr Leistung fordert, als der Verstärker in der Lage ist zu liefern. Das Clipping bezeichnet eine Art der Verzerrung des Signals in einer hohen Frequenz, das mit einer plötzlichen hohen Leistung in die Lautsprecher gespeist wird. Diese Verzerrung mindert nicht nur den Klang, besonders die Hochtöner können in diesem Moment das Zeitliche segnen! Dem Verstärker wird es nicht sehr viel ausmachen, aber die Lebenszeit könnte dadurch beeinträchtigt werden (muss aber nicht!).

WICHTIG ist deshalb, dass man darauf achtet, die Lautsprecher mit einem Verstärker zu betreiben, der eine deutlich höhere Watt-Belastbarkeit besitzt! Den Lautsprechern wird dies nichts ausmachen!



1.4.3.2 Impendanz

Dieser Begriff beschreibt den elektrischen Widerstand der Lautsprecher. Die auch als Nennscheinwiderstand bezeichnete Impedanz liegt bei Lautsprechern meist bei 4 Ohm oder 8 Ohm. Je niedriger der Widerstand eines Lautsprechers, desto mehr Leistung wird von dem Verstärker abverlangt! Ein 4 Ohm Lautsprecher fordert bei gleicher Lautstärke somit doppelt soviel Leistung vom Verstärker als ein 8 Ohm Lautsprecher.
Nun gibt es Verstärker die sind nur für 8 Ohm ausgelegt, darauf sollte man ebenfalls achten. Denn wenn wir nun einen 4 Ohm Lautsprecher mit einem für 8 Ohm ausgelegten Verstärker verbinden, KANN unser Verstärker ganz schnell übern Jordan springen. Mittlerweile gibt es zwar Schutzschaltungen, die bei zu hoher Leistungsentnahme den Verstärker einfach ausschalten, aber das kann trotzdem böse enden und dem Verstärker den Rest geben. Bei niedriger Lautstärke ist dies aber selten der Fall, sollte aber trotzdem beachtet werden. Wir wollen ja nichts riskieren.

Dieser Wert des Widerstands schwankt innerhalb des Frequenzbereichs und kann bei höherer Frequenz auch deutlich höher liegen. Und da 8 Ohm diesem Wert am nächsten kommen und die Leistungsschwankungen gegenüber 4 Ohm nicht so groß sind, empfehle ich lieber gleich 8 Ohm Lautsprecher zu verwenden. Ist aber kein MUSS!

Modernere Verstärker haben meistens hinten einen Anpassungsschalter, den man auf 4 Ohm oder 8 Ohm Betrieb umschalten kann. Somit ist dann auch diese Frage, welche Lautsprecher man jetzt nun kauft, meist beantwortet.



1.4.3.3 Wirkungsgrad

Die allgemeine Definition vom Wirkungsgrad ist das Verhältnis zwischen Nutzen zu Aufwand. Der Wirkungsgrad wird mit η (Eta) bezeichnet und hat einen Wert zwischen 0 und < 1 oder, in Prozenten ausgedrückt, zwischen 0 und < 100%. Der theoretisch mögliche Wert von 1 bzw. 100% kann in der Praxis nicht erreicht werden, weil bei allen Vorgängen Energie durch Wärme oder Reibung in thermische Energie umgewandelt wird. Hört sich erstmal nichtssagend an, aber dies kann man unteranderem auch auf Maschinen oder - n unserem Fall - auf Lautsprecher anwenden.

Noch deutlicher, in Hinsicht auf unsere Speaker, beschreibt der Wirkungsgrad das Verhältnis von ausgegebener Leistung in Form von Lautstärke (Nutzleistung, wird gemessen in Dezibel – abgekürzt „db“) zu eingespeister elektrischer Leistung (Eingangsleistung, gemessen in Watt – abgekürzt „W“). Dieser Wirkungsgrad wird auch als Empfindlichkeit des Lautsprechers bezeichnet und Lautsprecher haben einen Wirkungsgrad zwischen 0,06% und 2,5%.

Das bedeutet, dass unsere eingegebene elektrische Leistung, die vom Verstärker den Lautsprecher zugeführt wird, nur zu 0,06 oder 2,5% in akkustische Leistung bzw. Schalldruck umgewandelt wird. Die restliche Leistung geht verloren, entweder in Form von Wärme oder durch Reibung.
Ich hoffe, eure Köpfe rauchen noch nicht, denn nun sehen wir uns das im Zusammenhang mir der Lautstärke an.



1.4.3.4 Lautstärke

Um eine bestimmte Lautstärke, oder auch Schalldruckpegel genannt, zu erreichen, benötigen wir eine gewisse Verstärkerleistung und diese kann man ganz leicht errechnen. Hierbei möchte ich anmerken, dass wir immer von der Sinusleistung des Verstärkers sprechen. Dazu benötigen wir folgende Werte und Angaben.
Zunächst den Wirkungsgrad (Empfindlichkeit) und der wird häufig als Kennschalldruck bei den Lautsprechern angegeben. Dieser bezeichnet den Schalldruck, der in einem Abstand von 1 Meter (1 m) zum Speaker und einer Eingangsleistung von 1 Watt (1 W) erreicht wird. Dieser Wert liegt meist zwischen 80 dB (1 m/1 W) und 90 dB (1 m/1 W).

Kurz eingeschoben einige Vergleiche mit Dezibel

Dezibel Lärmart
120 Diskothek (Schmerzgrenze)
110 Preßluftbohrer in 10 Meter Abstand
105 Hochdrehendes Auto in der Nähe
100 BAC 1-11 Flugzeug (500 Meter nach Startbeginn)
90 LKW auf der Straße 7.5 Meter entfernt
85 Mofa auf der Straße 7.5 Meter entfernt
80 Auto auf der Straße 7.5 Meter entfernt
75 Verkehr in der Stadt
70 überfliegende Boeing 737-600 (6500 Meter nach Startbeginn)
45 Wohnzimmer
40 ruhige Wohngegend, nachts
35 Bibliothek
30 Flüstern
25 Schlafzimmer
20 in der Natur
10 Hörgrenze der meisten Erwachsenen


Haben wir also einen Lautsprecher, in dessen Handbuch ein Kennschalldruck von 84 dB (1 m/1 W) angegeben ist, heisst dies, dass der Lautsprecher bei 1 Meter Abstand einen Schalldruck von 84 dB erreicht, wenn der Verstärker den Lautsprecher mit 1 Watt Sinusleistung einspeist!

Wenn sich nun der Hörabstand verdoppelt, fällt der angegebene Wert um ca. 6 dB. Nehmen wir als Beispiel wieder unseren Lautsprecher mit dem Kennschalldruck von 84 db(1 m/1 W), dann haben wir bei 1 m Abstand 84 db und bei 2 m nur noch 78 db. Soweit klar?

Eine Verdoppelung der Eingangsleistung vom Verstärker zum Lautsprecher lässt den Schalldruck nur um ungefähr 3 db ansteigen. In unserem Beispiel wären es nun 87 db bei 1 m Abstand und einer Eingangsleistung von 2 W.

Wenn wir jetzt einen zweiten Lautsprecher hinzufügen erhöhen wir den Schalldruck um ca. 6 db!

Dieses Wissen sollte reichen um auszurechnen welche Eingangsleistung wir benötigen um einen bestimmten Schalldruck (Lautstärke) zu erhalten!



1.4.3.5 Beispiel zur Berechnung eines gewünschten Lautstärkepegels

WICHTIG: Ich weise darauf hin, dass dies hier nur eine fiktive Berechnung ist und lediglich zur VERDEUTLICHUNG dient.

Kaufen wir uns also Lautsprecher!
Ich greife jetzt mal ins Blaue hinein und nehme die nun Box 580 von Nubert. Das Handbuch sagt: die Lautsprecher haben einen Wirkungsgrad von 87,5 dB (1 Watt / 1 m). Wir wollen jetzt einen Schalldruck von 105 db in einer Entfernung von 3 Metern haben in zwar in Stereo.

Punkt 1:
Wir müssen den Wirkungsgrad um 6 db erhöhen, da wir zwei Lautsprecher (Stereo ) betreiben. Dies sieht dann so aus:

Kennschalldruck bei 1 m/1 W =
87,5 db + 6 db = 93,5 db (1 m/1 W)

Wir erinnern uns: Bei einem zusätzlichen Lautsprecher erhöht sich die Lautstärke um ca. 6 db.

Punkt 2:
Nun müssen wir aber wegen der dreifachen Entfernung den Kennschalldruck angleichen. Und zwar so:

Kennschalldruck bei 3 m/1 W=
93,5 db – 9 db = 84,5 db

Jetzt wundern sich wahrscheinlich viele, wie ich auf die 9 db komme. Und zwar hatten wir ja gesagt, dass der Schalldruck sich bei der Verdoppelung der Entfernung um ca. 6 db mindert. Bei 2 m Abstand zum Speaker würden wir also mit – 6 db rechnen. Nun wollen wir aber den Abstand nochmals um die Hälfte auf 3 m erweitern, somit müssen wir auch die Hälfte der Lautstärkeminderung nehmen und kommen somit auf 9db.


Punkt 3:
Arbeiten wir nun weiter mit dem korrigierten Kennschalldruck von 84,5 db (3m/1 W)!
Jetzt verdoppeln wir solange die Eingangsleistung, bis wir auf unsere gewünschte Lautstärke kommen. Wir wissen ja, dass sich durch die Verdoppelung der Eingangsleistung der Schalldruck um 3 db erhöht!

Schalldruck --> Eingangsleistung

84,5 --> 1 W unser Ausgangspunkt
87,5 --> 2 W verdoppeln wir die Leistung und erhalten weitere 3 db an Schalldruck
90,5 --> 4 W
93,5 --> 8 W
96,5 --> 16 W
99,5 --> 32 W
102,5 --> 64 W
105,5 --> 128 W
108,5 --> 256 W Ich weiß, Ich weiß! Sehr unwahrscheinliche Angabe.


Ergebnis
So, nun wissen wir, wieviel Verstärkereingangsleistung wir benötigen, um annähernd unseren gewünschten Lautstärkepegel zu erreichen. Das ein Verstärker aber 256 Watt liefert, ist eher unwahrscheinlich. Deshalb sollte man sich nun nach einem Lautsprecher umsehen, der einen etwas größeren Wirkungsgrad aufweist! Denn wir möchten unseren Verstärker erstens nicht an der oberen Leistungsgrenze betreiben und benötigen zweitens einen gewissen Spielraum für den dynamischen Sound des Films. Im Heimkino-Bereich haben wir keinen konstanten Lautstärkepegel, z.b. bei einer Explosion im Actionfilm haben wir einen ansteigenden Schalldruck - dadurch verlangt der Lautsprecher natürlich mehr Leistung vom Verstärker. Diesen Aspekt müssen wir ebenfalls beachten.

Auch kann man so ermitteln, wie groß, im Sinne von Leistung, unserer Verstärker sein muss, um einen gewünschten Schalldruckpegel zu erreichen.


1.4.3.6 Kleine Zusammenfassung

Bei diesen Beispielen ging es in erster Linie darum, zu verdeutlichen welche Angaben wichtig sind und welche völlig unnötig sind. Fassen wir also zusammen:
Die Wattangabe des Händlers sollte man gepflegt ignorieren und sich an den oben beschriebenen Werten orientieren. Desweiteren sollte man immer einen leistungsstärkeren Receiver (Verstärker) gegenüber den Lautsprechern einsetzen. Somit ist eine längere Lebensdauer der Lautsprecher garantiert und der Klang wird nicht zu sehr verfälscht, beispielsweise durch das erwähnte Clipping.
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Geändert von gorygrunt (19.08.2005 um 10:21 Uhr).
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1.5 Verstärker/AV-Receiver

Auch hier gibt es wie bei den Lautsprechern sogenannte Werbeangaben mit exorbitanten Wattleistungen vom Händler. Also fallt bitte nicht darauf rein, wenn es günstig einen Verstärker/Receiver abzugreifen gibt, der angeblich 1000 Watt Leistung erbringt. Oft werden entweder einfach die Leistungen der einzelnen Kanäle zusammengezählt oder es wird die sogenannte Musikleistung angegeben. Diese gibt, wie bereits unter Punkt 1.4.3 (Leistung/Angaben der Händler/Kompatibilität) beschrieben, lediglich einen theoretischen Wert der Maximalbelastung an. Wie lange das Gerät unter dieser Maximalbelastung standhält, wird allerdings verschwiegen. Nun aber ersteinmal zu den kleinen Punkten, die man bei einem Receiver/Verstärker beachten und wissen sollte.

Zunächst gibt nur einen kleinen Unterschied zwischen Receivern und Verstärkern. Dieser besteht nur darin, dass ein Receiver einen eingebauten Radioempfänger besitzt und der Verstärker nicht. Qualitativ oder in der Handhabung besteht kein Unterschied. Dies nur nochmal als Randinformation um Verwirrungen zu vermeiden.

Der AV-Receiver oder AV-Verstärker im Heimkino-Bereich kann gegenüber dem normalen Hifi-Verstärker(oder Hifi-Receiver) Audio und Video Signale verarbeiten. Zusätzlich ermöglicht er nicht nur die Wiedergabe in Stereo und Mono, sondern auch eine Decodierung digitaler Mehrkanalsysteme wie z.b. Dolby Digital 5.1 (oder auch 6.1 bzw. 7.1) und DTS. Welche Tonformate er decodieren kann, sollte ebenfalls vorher geprüft werden (zu den Tonformaten siehe Kapitel 1.2) und wieviele Kanäle er ausgibt. Wie wir wissen, benötigen wir für einen Dolby Digital 5.1 Tonformat 6 Kanäle .



1.5.1 Anschlüsse


Man sollte darauf achten, ausreichende Anschlüsse für seine restlichen Geräte an einem AV-Receiver vorzufinden. Da man durch die Verwendung eines AV-Verstärkers durch mehrere Bildkanäle durchschalten kann, dient dieser im Heimkino-Bereich als Schaltzentrale. Wir wollen unsere Aufmerksamkeit erstmal den wichtigsten Anschlüssen widmen.

Bei Bildanschlüssen (Ein- und Ausgänge) ist es empfehlenswert, auf sogenannte Mini-DIN-Stecker (S-Video) zu achten, die eine bessere Übertragungsqualität gegenüber dem analogen FBAS-Signal (Farb-Bild-Austast-Synchron) aufweisen. Das FBAS-Signal stellt die denkbar schlechteste Verbindung dar und wird meistens durch eine gelbe Cinchbuchse übertragen.



Eine noch bessere Verbindung bzw. einen noch besseren Anschluss findet man gleich in der direkten digitalen Version – den HDMI oder DVI Anschlüssen, die wir vom dem PC kennen.



Diese Verbindungsart ist empfehlenswert für den Betrieb von Projektoren oder hochwertigeren TV Geräten. Da das Bildsignal nicht erst ins Analoge umgerechnet werden muss, sondern gleich als digitales Signal von der DVD in das entsprechende Gerät eingespeist und wiedergegeben werden kann. Durch die Umrechnung ins Analoge erleidet das Signal leider sehr viele Verluste und es gehen sehr viele Informationen verloren.

Tonanschlüsse werden ebenfalls in verschiedenen Formen angeboten. Da gibt es zunächst die berühmten Cinch-Anschlüsse, meist rot und weiss. Bei dem Audioeingang können diese nur für die Verarbeitung in Mono, Stereo (bzw. Surround-Modus) verwendet werden. Für die Digitale Variante gehören die optischen oder koaxialen Eingänge, die es ermöglichen eine Mehrkanalausgabe wie Dolby Digital 5.1 oder DTS zu realisieren.

Für die Lautsprecher (also Audioausgänge), werden entweder die Lautsprecherkabel mit Klemmen befestigt oder eingeschraubt. Dabei sollte man lediglich darauf achten, dass man die Pole richtig anschliesst (also Plus und Minus nicht vertauschen ). Zusätzlich können auch Cinch-Anschlüsse für die Lautsprecher vorhanden sein!

So sieht das ganze auf der Rückseite eines AV-Receivers aus. Im ersten Moment sehr verwirrend, aber bei genauerer Betrachtung…..





1.5.2 Die „richtige“ Leistung des Verstärkers beachten

Jetzt kommen wieder die Punkte in Bezug auf unsere Lautsprecher zum Tragen. Wir müssen unbedingt darauf achten, dass unser Verstärker in der Lage ist, die geforderte Leistung (in Watt) der Lautsprecher zu erbringen. Der Verstärker sollte im besten Fall nicht am oberen Limit betrieben werden, denn dadurch kann es zu dem schon erwähnten Clipping (siehe auch Kapitel 1.4.3.1) kommen. Und nur über die Sinus- oder Nennleistung können die Vielzahl der angebotenen Verstärker verglichen werden. Eine mehr als ausreichende Leistung für das heimische Kinogefühl liegt bei ca. 100 Watt pro Kanal.

Sehr wichtig ist, dass der Verstärker jeden Kanal gleichstark mit Energie beliefert. Bei den hinteren Kanälen ist zwar eine geringere Leistung nicht so tragisch, kann aber wieder eine größere Rolle mit der Leistungsforderung der Speaker spielen. Die Leistungsangabe für den Subwoofer ist nur wichtig, wenn man einen passiven Subwoofer verwenden möchten. Bei einem passiven Subwoofer fehlt im Gegensatz zum aktiven Subwoofer eine eigene Verstärker-Endstufe. Welcher von den beiden Subwoofern jetzt besser klingt, wollen wir jetzt nicht ausdiskutieren.



1.5.3 Fazit

Man sollte diese beiden Komponenten sorgfältig auswählen, denn sie sind für den guten Klang entscheidend. Auch eine Abstimmung bezüglich der Leistungen dieser beiden Elemente (Lautsprecher + Verstärker) ist für die Qualität und die Lebensdauer der Geräte entscheidend und sollte unbedingt beachtet werden. Wenn man aber die hier genannten Aspekte gegeneinander abwägt, sollte dem zukünftigen Heimkinovergnügen nichts mehr im Wege stehen. Auch sollte man sich Gedanken darüber machen, ob es überhaupt nötig ist überdimensionierte Geräte anzuschaffen, da man diese eh nicht voll ausnutzen kann, weil der Wohnraum zu klein ist.


Nun haben wir uns genug Wissen angeeignet, um uns über die Eigenschaften und die Anordnung der Lautsprecher zu informieren!
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gorygrunt ist offline  
Alt 15.08.2005, 09:53   #7
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1.6 Eigenschaften und Positionierung der Lautsprecher

HINWEIS: Die nun folgenden Tipps können natürlich nur im optimalsten Fall hundertprozentig befolgt werden und stellen nur eine Art HILFSLINIE dar. Dass der Klang von mehreren Faktoren abhängt, wie z.b. Größe des Raums, Bodenbelag, Wandmaterial (ob Gipskarton, Lehm oder Beton) und und und - Darauf gehen wir aber etwas später für jeden Lautsprecher genauer ein.

Desweiteren ist es immer wichtig, ein Probehören mit den verschiedenen Postionen des Hörers UND der Lautsprecher durchzuführen. Der eigene Geschmack ist dabei das allerwichtigste!!!

Also Regel No.1: Probehören, Positionswechsel, Probehören, Positionswechsel, ……….!!!!!!!!!!


1.6.1 Sitz- bzw. Hörposition

Dies ist zum Beispiel ein sehr wichtiger Punkt. Viele Hörpositionen kommen natürlich in Frage und viele User werden meist keine große Auswahl an Möglichkeiten haben, ihre Hörposition dem Raum oder dem Bild anzupassen. Dies soll wieder zur Verdeutlichung und Orientierung dienen. Nur wenn ihr genug Platz habt solltet ihr diese Punkte hundertprozentig befolgen. Alle hier nun beschriebenen Tips könnt ihr selber durch Proben nachvollziehen und ihr werdet hören - es lohnt sich auf alle Fälle!!!

Um die nun folgenden Erklärungen besser zu verstehen, machen wir einen ganz kleinen Ausflug in die RAUMAKUSTIK!

a) Der Schall

Schall sind Töne oder Geräusche verursacht beispielsweise durch Lautsprecher (oder beim Sprechen) und breitet sich in Form von Schallwellen in einem elastischen Medium aus. Das elastische Medium muss bestehen, wie zum Beispiel Luft, Wasser oder auch festere Stoffe (Metall). Somit ist die Entstehung einer Schallwelle im Vakuum nicht möglich, da er dort kein Medium hat, um sich fortzupflanzen. Der Schall besteht grundsätzlich aus mechanischen Schwingungen (Wellen), die sich in einem Medium ausbreiten. Ein Beispiel: Wenn ihr mal eine Gitarrenseite anschlagt, fängt diese an zu schwingen. Diese Energie wird auf die Luft übertragen und kann sich somit verbreiten, bis wir sie hören.

Wir konzentrieren uns nur auf den Schall, der durch die Luft übertragen wird. In der Luft erreicht der Schall eine Geschwindigkeit von 344 m/s und wird als „c“ in der Physik dargestellt. Die Geschwindigkeit ist auch abhängig von der Temperatur der Luft und die Angabe von 344 m/s bezieht sich auf die Schallgeschwindigkeit bei Raumtemperatur (22 Grad). Aber das führt jetzt zu weit und soll nur als kleine Randinformation dienen.

b) Frequenz

Mit der Frequenz (f) wird die Anzahl der Schwingungen des Schalls pro Sekunde bezeichnet, stellt also eine Wiederholungshäufigkeit dar. (Einheit: Hertz: 1 Hz = 1/s). Eine Welle ist eine sich in einem Medium fortpflanzende Schwingung. Da sich die Welle im Medium mit konstanter Geschwindigkeit ausbreitet, kann man ihr eine Wellenlänge (l) zuordnen.

Ein weiterer Hinweis zu den Frequenzen in Bezug auf unser Heimkinosystem:
Unsere Lautsprecher müssen Frequenzen zwischen 20 Hz und 20 kHz wiedergeben, wobei unser Subwoofer die Kellerwerte übernimmt von 20 Hz bis 120 Hz (bei DTS nur bis 80 Hz).

Hohe Frequenzen ergeben einen hohen Ton und niedrige Frequenzen tiefe Töne! Je schneller die Schwingung in einem bestimmten Zeitraum, desto höher der Ton. Umgekehrt: je langsamer Schwingungen in demselben Zeitraum, umso tiefer die Töne.

c) Wellenlänge

Eine Wellenlänge l ist eine Strecke, die eine Schallwelle während einer Schwingung zurücklegt.

d) Amplitude

Als Amplitude (a) wird die maximale Auslenkung bzw. Schwingungsweite aus der Ruhelage bezeichnet. Die Amplitude stellt somit den größten Abstand eines Schwingenden Punktes von seiner Gleichgewichtslage dar. Und wirkt sich auf die Lautstärke des Schalls aus.

So sieht das ganze graphisch aus:




Dies war eine kleine Begriffserklärung, damit ihr eine bessere Vorstellung von den nun entscheidenden akkustischen Aspekten eures Raumes habt.


Die „stehende Welle“

Als erstes müssen wir für euren Raum ein ganz wichtiges akustisches Ereignis festlegen – Die sogenannte „stehende Welle“.
Eine stehende Welle entsteht aus der Überlagerung zweier gegenläufiger fortschreitender Schallwellen gleicher Frequenz und gleicher Amplitude (kann man mit gleicher Lautstärke erklären). Diese können aus zwei verschiedenen Lautsprechern stammen oder durch Reflexion einer Schallwelle an einem Hindernis (Wand, Boden oder Decke in unserem Fall) entstehen.

Diese lässt sich am einfachsten so erklären: Wenn ein Lautsprecher einen Ton in Form von Schall entsendet, wird dieser logischerweise von den Wänden reflektiert und überlagert sich so mit den bereits folgenden Schallwellen, die von dem Lautsprecher nachgesendet wurden.

Interessant für unsere Zwecke wird es jetzt, wenn nun eine Schallwelle eine Wellenlänge (in der Physik l) erreicht, die deutlich ein vielfaches einer halben Raumabmessung (Länge, Breite oder Höhe des Raums) entspricht. Oder eine weitere Bedingung für das Zustandekommen einer stehenden Welle ist, dass der Wandabstand gleich der halben Wellenlänge ist.

Hört sich jetzt kompliziert an, aber dies hat einen ganz entscheidenden Gesichtspunkt für unsere Hörposition. Und zwar kann dadurch die Lautstärke an verschiedenen Positionen im Raum variieren. An manchen Positionen haben wir einen höheren und an anderen einen niedrigeren Lautstärkepegel, weil sich an einigen Punkten der Schall mehr überlagert und an anderen etwas weniger. Je nach dem, wie die Schallwellen aufeinandertreffen, können also so Schalldruckerhöhungen und Schalldruckauslöschungen entstehen. Schauen wir uns das Ganze einmal graphisch an, dann kann man diese Zusammenhänge besser erkennen:



Dieses nennt man den Raummodus 1. Die Wellen stellen lediglich den Lautstärkepegel dar und nicht den Verlauf des Schalls selbst.
Hier sehen wir, dass genau eine HALBE Wellenlänge in den Raum passt. Wir erinnern uns an die Frequenzgraphik, wo wir sahen, wie eine Wellenlänge aussehen muss!! Ein Bogen der Schwingungen entspricht eine halbe Wellenlänge, ein halber Bogen einer Schwingung somit ein Viertel einer Wellenlänge und so weiter, und so weiter…

Grundsätzlich gilt, dass eine Schalldruckerhöhung immer an der Raumwand ensteht und dort sein Maximum erreicht. Diese Punkte nennt man MAXIMA.
In der Mitte des Raumes, wie wir sehen können, kommt es zu einer Auslöschung des Schalldrucks auf ein Minimum, weil die Schallwellen dort genauso aufeinander treffen, dass sie sich gegenseitig aufheben. Dies nennt man MINIMA!

Wenn es einen Raummode 1 gibt muss es natürlich auch eine weitere Variante geben. So, nehmen wir uns mal den Raummode 2 vor, der so aussieht:



Hier passt die Wellenlänge genau einmal hinein. Dadurch erhalten wir verschobene Minimalpositionen und einen zusätzlichen Ort an dem der Schalldruck sich auf ein Maximum entfalten kann.

HINWEIS: Diese Entwicklungen entstehen in alle Richtungen des Raums nach oben, unten, vorne und hinten! Wir benötigen allerdings für unsere Zwecke der Lautsprecheranordnung und der Hörposition lediglich die Schalldruckunterschiede in Längsrichtung (von der Position des Bildes vom TV oder Projektor) und Querrichtung des Raums. Auch ist eine Vielzahl von verschiedenen anderen Raummodi möglich, nur diese beiden Raummodi sind für unsere jetzigen Zwecke entscheidend und von Interesse! Die beiden Raummodi sind immer in ein- und demselben Raum vorhanden!


Um dies jetzt noch übersichtlicher zu gestalten, schauen wir uns die Auslöschungen und Erhöhungen des Schalldrucks aus der Vogelperspektive an. In beiden Raummodi habe ich die Maxima in blau dargestellt und die Minima in rot.

Raummodus 1


Raummodus 2



Innerhalb des Raums selbst kann es zu einem oder mehreren Schalldruckauslöschungen (Minima) kommen. Wir erkennen nun auch deutlich, dass sich die Maximalinien in beiden Räumen prinzipiell an den Raumwänden befinden. An diesen Punkten entsteht ein stärkerer Schalldruck und somit eine heftigere Betonung der Frequenzen. Diese Frequenzen der einzelnen Modi können wir nun für jedes beliebige Zimmer ausrechnen:

Dazu verwenden wir diese Formel: f= c/l
Die Frequenz wird in der Physik als f bezeichnet und in Hertz ausgegeben, das c für Schallgeschwindigkeit (344m/s) steht und l für die Wellenlänge, welche in Metern angegeben wird.

In Worten sieht die Formel so aus:

Frequenz (f) = Schallgeschwindigkeit in der Sekunde (c) / Wellenlänge (l)

Nehmen wir zuerst mein Wohnzimmer und rechnen die Modi für die Längsrichtung (zum Bild hin) aus. Mein Wohnzimmer hat folgende Maße:

Länge = 5 m
Höhe = 2,4 m
Breite = 3,5 m

Nun rechnen wir drei verschiedenen Modi aus und diese stehen in einer bestimmten Ordnung.
Die Ordnungen unterscheiden sich in der Formel durch die Verwendung der ersten drei verschiedenen Wellenlängen, der für uns wichtigen Raummodi.

Ordnung 1 -> Raumlänge = 0,5 Wellenlänge (halbe Wellenlänge)
Ordnung 2 -> Raumlänge = 1 Wellenlänge (eine Wellenlänge)
Ordnung 3 -> Raumlänge = 1,5 Wellenlänge (3 halbe Wellenlängen)

Nun losrechnen!

Zitat:
Zitat von Mein Wohnzimmer

a) Ordnung 1

Zuerst müssen wir die Wellenlänge bestimmten, diese entspricht bei der Ordnung 1 das Doppelte der Raumlänge!

- Wellenlänge (Raumlänge=halbe Wellenlänge) = 10 m

Somit lautet die Formel: f = 344/10 = 34,4 Hz

b) Ordnung 2

- Wellenlänge (Raumlänge=Wellenlänge) = 5 m

f = 344/5 = 68,8 Hz

c) Ordnung 3

- Wellenlänge (Raumlänge=1,5 Wellenlänge) = 3,33 m

F = 344/3,3333333 = 103,2 Hz


Mein Wohnzimmer hat somit aufgrund seiner Länge sehr stark ausgeprägte Raumresonanzen bei 34,4 Hz, 68,8 Hz und 103,2 Hz. Wenn wir die obigen Rechnungen jetzt für die Breite ausrechnen möchten, müssen wir nur den Wert der Raumlänge von 5m in die Raumbreite von 3,5 m ändern. Dann bekomme ich diese Moden: 49,1 Hz, 98,3 Hz und 147,4 Hz.
Und so zum Spass habe ich nochmal die Moden meiner Höhe ausgerechnet: 71,7 Hz, 143,3 Hz und 215,0 Hz - ich schau auch gern mal im Liegen und richte den Projektor an die Decke - okay, nicht lustig.

Nein, ich habe diese Werte ausgerechnet, da die Reflektion der Schallwellen natürlich auch noch nach oben und unten vorhanden ist. Diese Werte könnte man später bei der Bestimmung der Höhe einzelner Lautsprecher verwenden. Daraug gehen wir jetzt aber nicht noch näher ein.

Die Resonanzwerte der Länge und der Breite meines Wohnzimmers sind recht unterschiedlich im Vergleich. Und das führt zu einem weiteren wichtigen Hinweis: Je weiter die Werte auseinander liegen, desto besser die akustische Eigenschaft unseres Raumes.

Das lässt sich sogar ganz einfach erklären! Hätten wir einen komplett quadratischen Raum (Länge = Breite hätten wir in allen Modi dieselben Werte, somit würde immer die gleiche Frequenz angeregt werden. Deswegen ist ein genau quadratischer Raum eher ungeeignet für eine hochwertige Soundwiedergabe in einem Heimkino.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben nämlich ergeben, dass ein Verhältnis von 2,4 (Länge) : 1,4 (Breite) : 1 (Höhe) des Raums, die optimalsten Klangergebnisse bringt. Also wer einen 5 m langen Raum hat, sollte mit einer Breite von 3,57 und einer Höhe von 2,10 m sehr gut bedient sein. Man kann ja durch bauliche Maßnahmen seinen Raum anpassen, dies empfehle ich aber nur den ganz verrückten Freaks!

Dem Phänomen der stehenden Welle kann man natürlich entgegenwirken, indem man zum Beispiel mit schallschluckenden Absorbern arbeitet oder seine Wände mit Materialien so auststattet, dass der Schall nicht mehr so stark reflektiert wird. Weil wir aber keine Vollprofis sind, werden wir diese Varianten ausser Acht lassen und befassen uns mit dem OttoNormal-Wohnzimmer oder OttoNormal-Heimkino!


Hörposition

Nun haben wir den schwierigen Teil hinter uns gebracht und können anhand dieser Informationen mit der Wahl unserer Hör- bzw. Sitzposition anfangen. Zunächst sollte man eine kleine Skizze von dem Raum anfertigen und dort alle beiden oben genannten Raummodi einzeichnen. Ich habe hier wieder einmal die Abmessungen meines Wohnzimmers übernommen und einen ungefähren Grundriss erstellt. Zeichnet die wichtigsten Linien der Schalldruckerhöhung und Auslöschung ein, dabei legt ihr diese beiden Raummodi einfach übereinander, da beide in dem Raum vorhanden sind.

Das ist im Prinzip ganz einfach, da sich die Minima und Maxima immer ungefähr an derselben Stelle in einem Raum befinden!



Kleine Legende:
1. Bei der Blauen Linie handelt es sich um die Maxima beider Raummodi.

2. Die Rote Linie stellt die Minima des Raummodus 2 dar.

2. Die Grüne Linie steht für die Maxima des Raummodus 2 und die Minima des Raummodus 1, da sie sich an dieser Stelle überschneiden.


So sollte der „Plan“ ungefähr aussehen! Wie wir nun erkennen könnt, sind die Positionen der wichtigsten Schalldruckerhöhungen und Auslöschungen immer mit den folgenden Maßen einzutragen. Dadurch erfährt man ganz leicht die Angaben (in Meter), wo sich diese Positionen befinden:

1. Bei der ½ Raumlänge (Linien genau in der Mitte) befinden sich die Minima des Raummodus 1 und die Maxima des Raummodus, das gilt für die Längsrichtung (zum Bild hin) und für die Querrichtung. Bei meinem Beispiel in meinem Wohnzimmer befinden sich diese Linien genau bei 2,50 m in der Längsrichtung und bei 1,75 m in der Querrichtung.

2. Die beiden Minima des Raummodus 2 befinden sich immer bei ¼ der Raumlänge, ebenfalls für beide Richtung (Längs- und Quer) anzuwenden. Mein Beispiel wieder: In der Längsrichtung 1,25 m von der vorderen Wand und der hinteren Wand und 0,875 m von der linken Wand und von der rechten Wand.

3. Die Maxima beider Raummodi liegen grundsätzlich an den Aussenwänden, auch für beide Richtungen anzuwenden.

Eine Tabelle zur Berechnung der Positionsentfernungen könnte ihr HIER als Excel-Datei downloaden. (Rechte Maustaste -> Speichern unter..)

Jetzt wissen wir, wo die Frequenzen sehr stark angeregt werden und an welchen Stellen etwas weniger bzw. garnicht! Danach richten wir jetzt unsere ungefähre Hörposition aus. Empfehlenswert wäre eine Sitzposition in den Zwischenräumen, die wir auf unserem Plan sehen. Ich habe hier mal folgende Möglichkeiten bei mir eingezeichnet.



Nun kann man anhand dieses Rasters ganz genau die Entfernungen zu den einzelnen Minima-Positionen und Maxima-Positionen bestimmen. Dadurch lässt sich in unserem Zimmer auch die beste Hörposition ableiten und kann ganz einfach ausgemessen werden.

Nochmals weise ich darauf hin, dass dies natürlich nicht jeder User anwenden kann aus Platzgründen. Aber noch entscheidener sind diese Berechnungen für die Position des Subwoofers! Und mit dem beschäftigen wir uns jetzt.



1.6.2 Subwoofer

Sooo…, nun ist euch vielleicht bei meinen Resonanzwerten vom Wohnzimmer aufgefallen, dass die Frequenzen in einem sehr niedrigen Bereich liegen, wo meist nur der Subwoofer seine Arbeit leistet und zwar zwischen 20 Hz und 120 Hz. D.h. der Subwoofer erzeugt nur sehr wenige Schwingungen (dadurch der tiefe ton), dafür sind diese viel kraftvoller. Tieffrequente Schallwellen unterhalb etwa 120 Hz sind vom menschlichen Gehör schwer lokalisierbar.


Gerade der Subwoofer neigt also dazu diese Frequenzen anzuregen und deshalb ist die Positionierung sehr wichtig. Wird er falsch aufgestellt, bietet er genug Futter für die stehende Welle, und wir hören nur dröhnen oder brummen aus dem Sub anstatt eines differenzierten Basstones.
Je stärker der Subwoofer die Raummodi anregt, desto stärker dröhnt er und desto undifferenzierter wird der Ton wiedergegeben. Das kann dazu führen, dass wir genau hören, von wo der Ton kommt - und das ist ja nicht der Witz an der Sache. Bei einem Subwoofer sollte der Ton nicht ortbar sein, sondern als komplette Klangwolke im Raum entstehen.

Es ist ein Mythos, wenn jemand sagt, den Subwoofer könne man überall aufstellen, den Ton könne man eh nicht hören. Das ist ein Trugschluss!!

Eine Aufstellungsvariante sollten wir uns gleich aus dem Kopf schlagen und zwar den Subwoofer direkt in eine Ecke reinzustellen. Das ist von allen Möglichkeiten die denkbar schlechteste! Er gibt in dieser Position alle Schwingungen direkt an die umliegenden Wände ab und regt so automatisch alle Raummodi an. In die Ecke sollten nur Lautsprecher aufgestellt werden, die sehr wenig oder besser gar keine Wiedergabe im Bassbereich haben.

Die optimalste Position für einen Subwoofer ist daher in der Nähe einer oder beider Minima-Linien (Längs-und Querrichtung), wo der Subwoofer die Frequenzen etwas weniger anregt. Dadurch vermeiden wir das Dröhnen und Grummlen und bekommen mit Sicherheit einen sauberen und klaren Bass.

An folgender Graphik besser erkennbar. Ich habe die Minima eingezeichnet und die möglichen Positionen eingetragen.



Dies sind nun unsere hilfreichen Aufstellungsorte für den Subwoofer und wie ihr auch sehen könnt, habe ich meine Hörposition fast optimal ausgewählt.
Zur Erinnerung: der Sound des Subwoofer sollte nicht direkt ortbar sein. Dies kann man mit diesen Positionen verhindern. Dafür muss man allerdings auch einige zusätzliche Bedingungen in der Einstellung seiner Anlage erfüllen. Der Übergang von den herkömmlichen Lautsprechern zum Subwoofer sollte am besten zwischen 80 Hz und 100 Hz sein. Das bedeutet, dass der Subwoofer sich dann ausschließlich für das unterste Fundament des Sounds kümmert. Dann ist er auch weniger ortbar. Dazu kommen wir noch am Schluss, wenn es um das Einpegeln/Einmessen bzw. Einstellen der Anlage geht!

Sollte der Subwoofer in der Ecke stehen, wie bereits oben erwähnt, wird mit Sicherheit hörbar sein, von wo der Ton kommt.

HINWEIS:
Bei Satelliten-Systemen (meist DVD-Player oder Receiver mit passenden kleinen Lautsprechern, die schon komplett zu kaufen sind, ist es zu fast hundertprozent der Fall, dass der Subwoofer auch etwas höhere Frequenzen mit unterstützen muss. Da die kleinen Lautsprecher nicht viele Frequenzen nach unten in den Bassbereich hin wiedergeben können, schaltet sich so der Subwoofer eher mit ein. Und je höher die Frequenz, desto besser ist die Richtung aus der der Klang kommt hörbar (ortbar).

Deswegen empfehle ich für Satelliten-Systeme immer die Positionen 1 oder 2 unserer Graphik. Auch ein noch besseres Ergebniss erzielt man, wenn er irgendwo zwischen den Frontlautsprechern stehen würde.

WEITERE BESONDERHEITEN DES SUBWOOFERS:

Ich beschränke mich jetzt mal nur auf die wichtigsten Unterschiede bei Subwoofern.
Ein wichtiger technischer Aspekt: Es gibt zwei Arten, sogenannte PASSIVE und AKTIVE Subwoofer. Der AKTIVE Subwoofer hat eine eigene eingebaute Verstärker-Endstufe und der PASSIVE muss daher vom Verstärker aus versorgt werden. Und wie wir aus dem Kapitel 1.4.3.3 (Wirkungsgrad) wissen, geht eine Menge Energie bei so einem Signal verloren. Deswegen sind die passiven Subwoofer nicht so kraftvoll und daher fürs Heimkino eher ungeeignet. Ein aktiver Subwoofer hingegen, bringt durch seine eigene „Energieversorgung“ ein viel besseres Ergebnis. Wenn der Händler diese Angabe nicht macht, erkennt man dies an der eigenen Stromversorgung (wie Netzkabel) für den Subwoofer.

Da gibt es noch Konstruktionsunterschiede. Einmal den Direktstrahler (Frontfire) und den Bodenstrahler (Downfire). Meist zu erkennen an der Positionen des Chassis (Als Chassis wird der eigentliche Lautsprecher des Subwoofers im Unterschied zum Gehäuse bezeichnet). Ist der Lautsprecher zu sehen handelt es sich um einen Frontfire-Subwoofer, wenn er unten drunter sitzt um einen Downfire. Der Unterschied vom klanglichen Aspekt her ist eher Geschmackssache und sollte unbedingt beim Probehören herausgefunden werden. Physikalisch gesehen gibt es einen gewaltigen Unterschied, denn der Downfire-Subwoofer gibt eine ganze Menge seiner Energie (in Form von Schallwellen) an den Raum direkt ab. Und was sagt uns das? Richtig! An den Wänden (und auch Boden) des Raumes befinden sich grundsätzlich Schalldruckerhöhungen und führen sehr oft zum dröhnenden und nervenden Klang. Solltet ihr euch für so eine Bauweise entscheiden, solltet ihr unbedingt die stehende Welle beachten.


Fazit
Bei speziellen räumlichen Anordnungen des Subwoofers können bei bestimmten Frequenzen (die wir errechnen können) so genannte stehende Wellen entstehen. In diesem Fall heben sich die aus dem Subwoofer austretende Schallwelle und die von der Rückwand des Hörraumes reflektierte Schallwelle beim Aufeinandertreffen in bestimmten Zonen des Raumes gegenseitig auf bzw. verstärken sich an anderen Positionen.
Und das können wir anhand der Ermittlungen der Frequenzen unserer Raumresonanz und die daraus folgende Positionierung unseres Subwoofers weitgehend vermeiden!



1.6.3 Frontlautsprecher

Dies kann zu einem sehr großen Thema werden. Aber beschränken wir uns weiterhin auf die für ein Heimkino wichtigen Gesichtspunkte. Obwohl man diese Empfehlungen hier auch für den Aufbau seiner Stereo-Boxen nutzen kann, da diese nach derselben Methodik angeordnet werden. Schliesslich basiert unsere Heimkinoanlage auf die Weiterentwicklung des Stereo-Betriebs.

Wir müssten eigentlich genau zwei Frontlautsprecher haben, einen für Links und einen für Rechts. Somit wissen wir, wo ungefähr diese stehen müssten. Noch genauer beschreibt man die Position der Lautsprecher mit dem sogenannten STEREO-DREIECK. Diese Methode ist die optimalste und effektivste Lösung, man sollte sie zumindest weitgehend verwenden. Das Dreieck bildet sich aus der Hörposition, dem Frontspeaker Links und dem Frontspeaker Rechts. So haben wir schonmal die Eckpunkte festgelegt! Weiterhin sollte dieses Dreieck „gleichschenklig“ sein und wer in Mathematik aufgepasst hat , weiss, dass ein gleichschenkliges Dreieck immer dieselbe Entfernung von Punkt zu Punkt besitzen muss. Dies sieht dann so aus:



Wie wir aus der Geometrie also wissen, sind bei einem gleichschenkligen Dreieck alle drei Winkel gleichgroß (immer 60°) und der Abstand zu den drei Eckpunkten immer gleich. Wenn ich nun meine Lautsprecher in einem Stereo-Dreieck aufbauen will, muss ich zum Beispiel bei einem Sitzabstand von 2 m zu den Lautsprechern, diese auch in einem Abstand von 2 m von links nach rechts aufbauen. Übrigens wäre ein optimales Stereo-Dreieck 2 m x 2 m x 2 m. Dies ist notwendig, weil in den Mehrkanaltonformaten und auch im Stereo-Betrieb die sogenannte Phantomschallquelle Verwendung findet. Ganz einfach zu erklären. Diese ist zu hören, wenn die Lautsprecher z.b. Stereo betrieben werden und der Klang von dem Zwischenraum der Lautsprecher zu kommen scheint. Beim Mehrkanalton ist es sogar noch bedeutender, wenn ein z.b. Flugzeug von links nach rechts durchs Bild fliegt, dann würde diese Phantomschallquelle fehlen und der Ton reisst mitten in der Klangbewegung einfach ab.

Nun ist es leider nicht in jedem Haushalt - oder besser gesagt in jedem Wohnzimmer - möglich, die Lautsprecher harrgenau nach diesem Prinzip aufzustellen. Daher ist die beste Methode herauszufinden, wo die Lautsprecher am besten stehen und sich auch am besten anhören das Probehören. Dabei sollte man sich immer in einem Winkel zwischen 45° und 60° zur Hörposition bewegen.
Nicht darüber hinaus und nicht darunter!!!!
Dies ist sogar die Empfehlung der Firma Dolby, die das Dolby Digital Mehrkanaltonformat entwickelten, um einen optimalen Hörgenuß zu garantieren. Das Ganze sollte dann ungefähr so aussehen.



Die Lautsprecher sollten auch leicht angewinkelt in Richtung der Hörposition stehen und nicht gerade in den Raum hinein, dadurch veringern wir die Reflektionen der Seitenwände und somit auch die starke Anregung der Frequenzen unserer stehenden Welle.

Die Verwendung unseres Frequenzrasters, die wir bei der Position des Hörers und des Subwoofers verwendet haben, können wir hier nur sehr bedingt gebrauchen. Der Abstand zu den Wänden ist dabei sehr wichtig. Man sollte einen ungefähren Abstand zwischen ca. 20-80 cm von der Wand weg einhalten. Dadurch verhindern wir wieder die Anregung der Maxima, die sich immer an der Wand des Raumes befinden. Auch die reflektierenden Schallwellen werden dadurch gemindert, denn diese lassen den Klang diffuser wirken. Solch ein Klangbild sollen aber die Frontlautsprecher nicht abgeben - das ist für die Rearlautsprecher bestimmt.

Auch die Entfernung zur Wand ist bei direkt an den Wänden installierten Satellitenlautsprechern nicht möglich, aber diese Lautsprecher geben auch nicht soviel Wellen an die Rückwand ab. Die User solcher Systeme sollten sich allerdings trotzdem an die Ausrichtung der Hörposition halten.

HINWEIS: Sollte dies nicht optimal befolgt werden, gibt es immer noch die Möglichkeit eine Zeitverzögerung in der Wiedergabe jedes einzelnen Lautsprechers einzustellen. Das heisst, dass ein Lautsprecher, der weiter zum Hörer hin aufgestellt wurde, den Sound etwas später aussendet, als sein Partnerlautsprecher, der weiter hinten steht. So gelangen die Schallwellen gleichzeitg beim Hörer an, obwohl sie eine andere Wegstrecke zurücklegen müssen. Wie wir diese Einstellungen vornehmen, erfahrt ihr im Kapitel Einstellungen/Einpegeln der Lautsprecher bzw. der Anlage, weil wir dies für alle Lautsprecher machen können und vielleicht aus Platzgründen sogar machen müssen.


1.6.4 CENTER

Ist auch einer der wichtigsten Lautsprecher überhaupt, er übernimmt in erster Linie die Wiedergabe der Dialoge oder Töne deren Ursprung die Bildmitte ist. Dieser übernimmt jetzt auch einen Teil der Rolle als Phantomschallquelle, die ich bei den Frontspeakern erwähnte. Nun haben wir anstatt der Phantomschallquelle eine vollwertige, direkte Wiedergabe des Tons aus der Mitte. Trotzdem gibt es immer noch Phantomschallquellen, und zwar zwischen dem Center und den Frontspeaker links und rechts.

Nun dadurch erklärt sich die Position des Centers fast von allein. Er sollte mit dem gerade zu sehenden Bild harmonieren und deshalb in Bildnähe aufgestellt werden. Befindet sich eine größere Entfernung zwischen Bild und Center löst sich der Ton zu sehr vom Film. Ein Beispiel: Man sieht gerade einen Darsteller der in einem Dialog verwickelt ist und man sieht seine Lippen auf dem Bild, doch man hört die Stimme aus einer ganz anderen Richtung. Dies sollte auf jedenfall vermieden werden, da durch soetwas der Filmgenuß gänzlich zerstört werden kann.

Darüber hinaus sollte der Center im optimalen Fall direkt in Blickrichtung der Sitzposition bzw. Hörposition und in der direkten Nähe des Bildes aufgestellt werden und genau in der Mitte der bereits aufgestellten Frontlautsprecher. Siehe Bild.



Ihr könnt ihn praktischerweise auch unter dem TV Gerät aufstellen, achtet nur darauf, dass keine Hindernisse den Klang beeinflussen– also PROBEHÖREN. [color:blue]Die beste Möglichkeit, wenn ihr genug Platz in dem Raum zur Verfügung habt, den Center auszurichten ist, den Center Hochtöner auf gleicher Höhe aufzustellen, wie der Hochtöner unserer Frontspeaker. [/color]Das ist empfehlenswert für User, die eine große Leinwand haben und einen Projektor betreiben.

Der Centerspeaker kann somit theoretisch auch auf den Fernseher gestellt werden. Eigentlich gibt es dabei nur eine Besonderheit zu beachten. Wenn ihr einen etwas älteres TV Gerät benutzt, kann das elektromagnetische Feld des Centers die Bildqualität beeinflussen. Ist auch bei neueren TV Geräten möglich, aber eher selten. Dabei solltet ihr schon beim Kauf des Centers achten, dass er genügend gegen solche Strahlen abgeschirmt ist.

HINWEIS: Auch beim Center lautet die Devise: wenn eine optimale Anordnung nicht möglich ist, gibt es immer noch bestimmte Einstellungsmöglichkeiten. Eine kleine Abweichung ist in den seltensten Fällen tragisch. Nur die direkte Abstrahlung zum Hörer muss gewährleistet sein, nur dadurch kommt man in einen hervorragenden Heimkinogenuß!


1.6.5 REARLAUTSPRECHER

Nun kommen wir zu unseren Lautsprechern im hinteren Bereich. Genau wie bei den Frontspeakern gibt es zwei aber auch mehrere Lautsprecher.
In den meisten Fällen sind es aber zwei Lautsprecher. Schauen wir uns dafür die verschiedenen Tonformate an, die uns ein Verstärker (oder auch eine DVD) anbieten:

- 5.1 System
Besteht aus zwei Front-, einem Center- und zwei Rearlautsprechern. Das ".1" steht für den zusätzlichen LFE-Kanal für den Subwoofer.
Wird vollwertig von DTS und Dolby Digital 5.1 unterstützt.

- 6.1 System
Bietet die gleiche Möglichkeit wie 5.1 zum Betrieb der sechs oben erwähnten Lautsprecher. Zusätzlich haben wir aber noch die Chance einen zusätzlichen Lautsprecher hinten zu verwenden. Dies ist der Rearcenterlautsprecher. Nur DTS ES Discrete bietet die volle Ausnutzung dieses Systems.

- 7.1 System
Dieses System bietet alle sieben Lautsprecher, die das 6.1 System bietet. Nur das uns ein weiterer Kanal hinten zur Verfügung steht, dadurch wird der Rearcenterkanal aus dem 6.1 System nochmal aufgespaltet. Zurzeit gibt es aber kein Tonformat, das diese Anlage unterstützt.

HINWEIS: Für weitere Informationen zu den unterstützenden Tonformaten findet ihr in Kapitel 1.2 Tonformate.


Wir wenden unser Hauptaugenmerk auf die Aufstellung der Rearlautsprecher des 5.1 Systems. D.h. zwei Lautsprecher hinten, einmal Links und einmal Rechts. Bei der Anordnung der Rearlautsprecher, kommt es sehr oft zu Diskussionen. Daher möchten wir uns an die Empfehlungen der Firma Dolby richten und uns teilweise auch an dem THX Standard orientieren.

Viele „Neulinge“ (das ist nicht böse gemeint ) neigen dazu, dieses Lautsprecherpäärchen direkt hinten an die Rückwand zu platzieren mit direkter Strahlung nach vorne. Das ist leider ganz falsch!
Die Rearlautsprecher sind im optimalen Fall an den Wänden Links und Rechts von der Hörposition zu positionieren. Dabei sollte ein ungefährer Winkel von 0° bis 20° eingehalten werden. Die Höhe sollte bei ungefähr 1,50 m liegen.



Der Grund dieser Aufstellung liegt in der hauptsächlichen Aufgabe der Lautsprecher. Diese sollen zum größten Teil nur Hintergrundgeräusche wiedergeben (Wind, Regen, u.s.w.). Deswegen ist es wichtig das nur eine Art Klangwolke entsteht, die nicht direkt ortbar ist sondern im ganzen Raum bildlich gesprochen schwebt. Das ist dieser diffuse Klang, den ich bei den Frontspeakern erwähnte. Dieser darf/soll aber nur bei den Rears entstehen!

Es gibt auch die Möglichkeit die Lautsprecher so aufzubauen, dass sie den Schall an die Decke projezieren. Der dadurch reflektierte Schall klingt dann besonders diffus. Ich persönlich bin aber von dieser Methode, aus praktischer Erfahrung, eher weniger beeindruckt.

Kleiner Hinweis zu Dipol-Lautsprecher
Es gibt sogenannte Dipol-Lautsprecher, die früher ausschliesslich für THX zertifizierte Anlagen konstruiert wurden. Sind aber jetzt auch so erhältlich. Deren besondere Eigenschaft besteht darin, dass sie Hoch- und Tieftöne in verschiedene Richtungen (nach vorne und nach hinten) abstrahlen und dadurch eine angenehme Klangwolke bilden. Diese sollten links und rechts direkt zur Hörposition zeigen, ABER einen mindest Abstand von ca. 1 m von der Rückwand aufweisen.
Sonst würden die nach hinten abgestrahlten Töne zu stark reflektiert werden und der ganze Sinn dieser Lautsprecher ist dahin. Die Anschaffung solcher Speaker ist leider sehr teuer und wenn man nicht genug Platz nach hinten hat, ist es sowieso rausgeschmissenes Geld.


Nur bei einem 6.1 System würde der zusätzliche Rearcenter direkt hinter die Hörposition angeordnet werden. In diesem Bild blau dargestellt:




Und so sieht das ganze bei einem 7.1 System aus, bei dem der Centerkanal hinten auf zwei Lautsprechern verteilt wird.



Dabei sollten dann die Rearlautsprecher Rechts und Links genau gerade zur Hörposition sitzen.

Das war die Aufstellung unserer Lautsprecher und nun kann das Vergnügen auch gleich losgehen. Doch vorher sollten wir die Lautsprecher korrekt einstellen und die Anlage komplett aufeinander abstimmen. Kommen wir also zum Kapitel Einstellung und Abstimmung der Lautsprecherwiedergabe (befindet sich zur Zeit noch in der Arbeit)!
__________________


Geändert von gorygrunt (16.08.2005 um 12:16 Uhr).
gorygrunt ist offline  
Alt 15.08.2005, 13:24   #8
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...aber ich musste lachen
 
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AW: HeimkinoTechnikFAQ

soso nun ist es also passiert..... der metaller hat mit seiner informationsaxt zugeschlagen
da fällt mir das Lied ein das gerade Läuft.-.
Die Mimmi's - Schön gemacht


wie schon im internen geschrieben Top Arbeit
und nun gönn dir ein kleines Päuslein )
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